Wundervolle Whale Coast

Wundervolle Whale Coast

Ein Hotspot für Walbeobachtungen mit tollen Outdoor-Sport-Möglichkeiten und Safariangeboten in malerischer Landschaft: Klingt ganz nach einem wahren Touristenmagneten. Doch das 36 000 Hektar grosse De Hoop Nature Reserve erlebte die Südafrika-Spezialistin Carmen Wanner von knecht reisen als echten Geheimtipp für Naturfreunde.

Die warmen Strahlen der Septembersonne wärmen meine Haut. Eine sommerliche Brise weht vom Meer herüber, in die salzige Luft mischt sich der süsse Duft des Fynbos. Die zierlichen Büsche stehen zu dieser Jahreszeit in voller Blüte, mal in leuchtendem Gelb, mal in kräftigem Rot, mal in zartem Violett. Kleine grüne Vögel hüpfen emsig zwischen den Blättern hin und her. Meine ganze Aufmerksamkeit aber gilt dem türkisgrünen Wasser zu meinen Füssen. Konzentriert suche ich die Oberfläche ab nach verräterischen Bewegungen, einem Schatten, einer Schwanzflosse oder der Spitze eines dunkelgrauen Kopfes – nach irgendeinem Hinweis auf die Anwesenheit riesiger Meeressäuger.

Ich befinde mich rund 250 Kilometer östlich von Kapstadt im De Hoop Nature Reserve. Das Naturschutzgebiet an der Whale Coast ist das südlichste in ganz Afrika und Teil des UNESCO Welterbes. Der geschützte Bereich erstreckt sich nicht nur über Dünen, Berge und Fynbos-Ebenen, sondern auch fünf Kilometer hinaus auf den Indischen Ozean. In dieser Zone versammeln sich zwischen Juli und November jährlich Hunderte Glattwale. In den geschützten Buchten bringen sie ihren Nachwuchs zur Welt.

Kinderstube für Glattwale

Zuletzt zählten Wissenschaftler im De Hoop Nature Reserve mehr als 650 Paare von Kühen und Kälbern, was das Schutzgebiet nicht nur zu einer der wichtigsten «Kinderstuben» für die friedlichen Riesen macht, sondern auch zu einem der Hotspots schlechthin für Walbeobachtungen. Die besten Zeiten dafür sind August und September. Als Bonus für Naturfreunde gibt es die Fynbos-Blüte in diesen Monaten obendrauf. Unter Touristen scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben, denn während meines Besuchs im Reservat treffe ich nur wenige andere Reisende.

Drei Tage lang wohne ich in der Morukuru Beach Lodge. Genau wie das einige Hundert Meter entfernte Morukuru Ocean House liegen die Unterkünfte dort vollkommen abgeschieden in unmittelbarer Nähe zum Meer. Dank grosser Panoramafenster ist die Aussicht schon von meinem Zimmer aus grossartig. Noch schöner aber ist sie von der Terrasse. Dort sinke ich zum Sonnenuntergang in die gemütlichen Kissen der Lounge-Bänke, lasse den Blick über Strand und Ozean schweifen und lausche dem Knacken der Holzscheite in der Feuerschale vor mir.

Outdoor-Abenteuer im Naturreservat

Die Lodge ist der ideale Ausgangspunkt für zahlreiche Aktivitäten, viele werden von den Betreibern selbst angeboten. Radsportler finden aufregende Mountainbike-Trails im Naturreservat, Wanderer erkunden die Pfade sowohl auf geführten Touren als auch auf eigene Faust. Ein heisser Tipp für Vogelfreunde ist der Klipspringer Trail. Der Weg führt zu einem Aussichtspunkt direkt über einem Nistplatz der seltenen Kapgeier. Auch Ausflüge zur von Kalksteinklippen gesäumten Küste lohnen sich. Während man durchs Wasser watet, offenbaren sich interessante Einblicke in die marine Flora und Fauna, Naturpools laden zum Schnorcheln ein.

Verlockend klingen all diese Angebote, ich aber entscheide mich für eine 4×4-Fynbos-Safari. Im offenen Geländewagen geht es mitten hinein in die weiten Ebenen des Reservats. Bald schon grasen Antilopen und Zebras nur wenige Meter von unserem Fahrzeug entfernt, Strausse traben mit ihren kräftigen Beinen und hoch aufgerichtetem Hals vorbei. Die Mitglieder eines Pavian-Clans scheinen uns überhaupt nicht wahrzunehmen. Völlig vertieft in ihre Beschäftigungen sammeln sie Leckerbissen vom Boden auf oder befreien das Fell ihrer Artgenossen mit geschickten Fingern von Parasiten.

Boarden in Shorts

Die Leoparden, die im Reservat leben, bekomme ich leider nicht zu Gesicht. Darüber tröste ich mich am nächsten Tag mit einer guten Portion Action hinweg: Sandboarding! Wie beim Snowboarden gleitet man dabei – mehr oder weniger elegant – einen Hügel hinab, der aber nicht schneebedeckt ist, sondern eben aus Sand besteht. Die makellosen Dünen rund um die Morukuru Beach Lodge eignen sich perfekt dafür.

Mit einem geliehenen Board in der Hand stapfe ich einen der kleineren Hänge hinauf. Ein Gefühl für das Brett hole ich mir zunächst bei einer Abfahrt im Sitzen, doch es dauert gar nicht lange, bis ich auch im Stehen gar keine schlechte Figur abgebe. Wie in eine Neuschneedecke ziehe ich Linie um Linie in den weichen Untergrund. Statt des Powders stauben kleine Wölkchen aus Sand hinter dem Board auf und statt Après-Ski gibt es zum Ausklang des Tages einen kühlen Sundowner mit Meerblick.

Mein persönliches Highlight aber erwartet mich am letzten Tag im De Hoop Nature Reserve. Rund um den Aussichtspunkt Koppie Alleen haben es sich einige Ausflügler mit Picknickkörben vor den Dünen gemütlich gemacht. Nirgends an der Whale Coast sollen die Chancen besser stehen, Wale vom Land aus zu sehen, heisst es. Das ist auch meine Hoffnung. Und ich werde nicht enttäuscht.

Akrobatischer Abschied

Über ein paar Stunden hinweg entdecke ich gleich mehrere Paare von Kühen und Kälbern. Die Jungtiere weichen ihren Müttern nicht von der Seite. Schon diese Bilder hätten gereicht, um mich überglücklich abreisen zu lassen. Das würdige Finale meiner Reise ist aber einem wahren Koloss vorbehalten. Urplötzlich katapultiert sich das tonnenschwere Tier aus dem Wasser, vollführt eine halbe Schraube und klatscht mit voller Wucht zurück auf die Wasseroberfläche. Die eben noch in die Luft gereckten Flossen verschwinden hinter einem Vorhang weisser Gischt. Dann ist der Wal verschwunden. Und auch für mich wird es Zeit, weiterzureisen. Spektakulärer als gerade eben hätte der Abschiedsgruss nicht ausfallen können.

Morukuru Ocean House & Beach Lodge

Die beiden zur Morukuru Family zählenden Unterkünfte liegen im 36 000 Hektar grossen De Hoop Nature Reserve. Beide sind luxuriös, aber dennoch öko-freundlich gehalten. Das modern designte Morukuru Ocean House mit vier Schlafzimmern kann nur exklusiv gebucht werden und bietet Platz für acht Erwachsene und vier Kinder. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein Privatpool, ein Lounge Bereich und ein Weinkeller. Für perfekten Service sorgen ein Butler, ein Koch und ein Guide.

Rund einen Kilometer entfernt befindet sich die Morukuru Beach Lodge mit vier Luxury Ocean View Suiten und einer Honeymoon Suite, alle individuell in einem modernen, afrikanischen Stil gehalten. Eine Lodge, der Speiseraum und eine Bar befinden sich im Haupthaus. Gäste können aus einer Vielzahl an Aktivitäten wählen, die sie in die grandiose Natur im Schutzgebiet führen.

Autorin: Carmen Wanner


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Seit 2010 arbeite ich als Senior Product Manager für das Südliche Afrika und meine Passion für diese wunderschöne Region hat sich im Laufe der Jahre noch weiter gesteigert. Auch nach vielen Jahren liebe ich es immer noch auf Safari zu sein und die fantastische Tierwelt und eindrucksvollen Länder im Südlichen Afrika weiter zu entdecken.

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