South Carolina: Der Charme des Südens

South Carolina: Der Charme des Südens

Studienreise oder Strand? Fairways oder Festivals? Zwischen Atlantik und Bergen lockt South Carolina mit viel Geschichte und noch mehr Abwechslung.

Sie ist stachelig, hat eine harte Schale und scharfe, robuste Blätter. Einladend wirkt an einer Ananas nicht allzu viel. In Charleston jedoch hat man die Obstpflanze zum Symbol der Gastfreundschaft erhoben, sichtbar gemacht unter anderem durch die Pineapple Fountain im Waterfront Park, der wie eine riesige Ananas geformt ist.

Pineapple Fountain, © South Carolina Office of Tourism

Der Ursprung dieser Wertschätzung ist unklar. Die einen führen ihn auf die Tatsache zurück, dass die Früchte damals selten und kostbar waren und lediglich geschätzten Gästen vorbehalten blieben. Andere meinen, dass Menschen Ananas vor ihrer Tür platzierten, um anzuzeigen, dass sie Gäste erwarteten. Was auch immer stimmen mag, eines ist sicher. Reisende dürfen sich in Charleston und ganz South Carolina auf die berühmte Gastfreundschaft der Südstaaten freuen, von der Küste über die Midlands bis hin zur Upstate-Region.

Wie kaum ein anderer Ort in South Carolina verkörpert das 1670 gegründete Charleston als «Perle des Südens» Charme und Eleganz vergangener Tage. In der restaurierten Altstadt bummeln Besucher über das Kopfsteinpflaster verwinkelter Gassen und bestaunen einige der mehr als 900 denkmalgeschützten Häuser. Auch sonst finden Interessierte in Charleston fast an jeder Ecke Geschichte zum Anfassen. Das gilt für den Historic District mit seinen viktorianischen Prachtbauten genauso wie für die mit den gleichnamigen Pflanzen geschmückte Magnolia Plantation and Gardens, eine der ältesten Plantagen im Süden.

Siedler, Sklaven und Soldaten

Mancherorts wird Geschichte geradezu lebendig. Während Live-Vorführungen hallt Kanonendonner über die Charles Towne Landing State Historic Site, wo ein Nachbau der «Adventure» besichtigt werden kann. Mit dem Segelschiff erreichten die ersten Siedler 1670 ihre neue Heimat. Fast 200 Jahre später eröffneten Konföderierte das Feuer auf Fort Sumter und Truppen der Union – es war die erste militärische Auseinandersetzung im Amerikanischen Bürgerkrieg. Das Fort ist inzwischen ein National Monument. Und auf der «Slave Street», die parallel zur von 250 Eichen gesäumten «Avenue of Oaks» verläuft, erhält man mit audiovisuellen Darbietungen Einblicke in den Alltag der Sklaven auf der Boone Hall Plantation.

Dass es in South Carolina als einer der 13 Gründerkolonien der USA unzählige historische Sehenswürdigkeiten gibt, versteht sich von selbst. Doch das ist längst nicht der einzige Trumpf des sonnenverwöhnten Staats. Die 100 Kilometer lange Küstenregion Myrtle Beach – oder «The Grand Strand» – lockt mit Traumstränden und Vergnügungsparks, mit Topadressen für Shopping-Jünger, mit Unterhaltungsmöglichkeiten von Theateraufführungen bis hin zu Live-Musik. Wer sich erst einmal einen Überblick verschaffen möchte, lässt sich vom ikonischen Skywheel am Oceanfront Boardwalk and Promenade fast 60 Meter hoch in die Lüfte befördern.

Strand und Skywheel, Myrtle Beach, © South Carolina Office of Tourism

Ein Mekka für Golfer

Auch Sportler kommen in Myrtle Beach auf ihre Kosten, eine bestimmte Gruppe aber ganz besonders. Golfer können auf mehr als 100 Plätzen in der Region abschlagen. Überhaupt ist South Carolina mit mehr als 350 Anlagen ein echtes Golfparadies für Spieler jedes Leistungsniveaus, vom Einsteiger bis zum Profi. Ausgewiesene Meister ihres Fachs sind jedenfalls viele der Platzarchitekten. Internationale Grössen wie Gary Player, George Fazio, Jack Nicklaus oder Pete Dye haben zwischen Meer und Hügeln grandiose Plätze geschaffen.

Hilton Head Island – Palmetto Dunes Robert Trent Jones Hole,
© South Carolina Office of Tourism

Einen Namen als «Golfinsel» hat sich Hilton Head Island gemacht. Drei Plätze gehören zu den 100 besten der USA, unter anderem der Harbour Town Golf Links, auf dem jedes Jahr das RBC Heritage Turnier mit den weltbesten Golfern ausgetragen wird. Die haben vom 18. Loch freien Blick auf das Wahrzeichen der Insel: Harbour Town Lighthouse. Der rot-weiss gestreifte Leuchtturm steht direkt am Yachthafen und ist umgeben von Restaurants und Shops. Nicht allzu weit entfernt befindet sich mit dem idyllischen Beaufort die zweitälteste Stadt des US-Bundesstaats auf Port Royal Island. Die «kleine Schwester von Charleston» erkundet man am besten während einer Kutschfahrt, auf der Pferde ihre Gäste an prächtigen Villen und lauschigen Gärten vorbeiziehen.

Historische Einschusslöcher

Weiter im Landesinneren, in den Midlands, liegt die Hauptstadt South Carolinas. In Columbia zieht es Naturfreunde in den River Banks Zoo oder den Botanischen Garten, Geschichtsinteressierte ins State Museum oder ins State House. Dort erkennt man noch immer Einschusslöcher aus dem Bürgerkrieg. Ebenfalls einen Besuch wert ist das für seine Pferdezucht bekannte Aiken, in dem seit 1882 an jedem Sonntag ein Polospiel stattfindet.

Columbia State House, © South Carolina Office of Tourism

Und nicht zuletzt lohnt sich ein Abstecher in die vielfältige Upstate Region. Hobby-Rennfahrer drehen ihre Runden im BMW Erlebnis-Center in der City of Spartanburg, Feinschmecker probieren sich durch die Delikatessen beim Euphoria-Festival in Greenville und Outdoor-Sportler erklimmen die Pfade im Caesars Head State Park. Ob man letztlich Golfschläger oder Gabel in der Hand hält, Wanderschuhe oder Flip Flops trägt – South Carolinas Gastfreundschaft spürt man überall. Auch ohne Ananas vor der Tür.

Autoren: Andreas Hottenrott und Bernhard Krieger


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Schon seit meiner Kindheit habe ich eine riesen Passion für Nordamerika. Durch mein intensives Interesse an der Kultur der "Native Americans" sowie meine Begeisterung für "US Sports" wurde dieser Kontinent zu einer Art persönlicher Pilgerstätte für mich. Die Vielseitigkeit und die unendlichen Weiten Nordamerikas faszinieren mich immer wieder aufs Neue und ziehen mich jeweils mehrere Male pro Jahr über den Atlantik.

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