Der neue spektakuläre Sikkim Airport – und andere waghalsige Flugpisten

Der neue spektakuläre Sikkim Airport – und andere waghalsige Flugpisten

Der neue Flughafen Pakyong in Sikkim verspricht einen verwegenen Landeanflug. Aber damit steht er nicht alleine da: auch bei weiteren Airports brauchen Piloten und Passagiere gute Nerven.

Indien hat einen neuen Flughafen: Auf knapp 1‘400 Metern Höhe wurde am 24. September 2018 der Pakyong Airport in Sikkim eröffnet. Nach neun Jahren Bauzeit gehört der 60 Millionen Euro teure Flughafen nicht nur zu den spektakulärsten, sondern auch zu den höchsten des Landes.

Umgeben von den Gipfeln des Himalayas verbindet der Airport das bei Touristen beliebte Sikkim mit Städten wie Delhi, Guwahati oder Kalkutta. Das an Bhutan, Nepal und China grenzende Sikkim war bislang nur umständlich auf dem Landweg erreichbar. Der neue Flughafen ist nur 35 Kilometer von der Hauptstadt Gangkok entfernt und soll mehr Touristen in den südlichen Himalaya locken. Diese erleben bereits beim Anflug auf die 1700 Meter lange und 30 Meter breite Piste die atemberaubende Aussicht auf die Umgebung.

Warum der neue Flughafen als architektonisches Meisterwerk gilt, zeigt dieses Video:

Sikkim ist aber nicht der einzige abgelegene Ort, der einen spektakulären Anflug verspricht. Auch nachfolgende Flughäfen verlangen den Piloten gute Nerven und in Einzelfällen sogar eine Zusatz-Ausbildung ab. Die Passagiere müssen sich auf holprige Landungen und Turbulenzen gefasst machen. Und sich vor allem auf das Können der Piloten verlassen – denn der eine oder andere Flughafen hat weder ein Radarsystem noch eine geführte Flugüberwachung.

Narsarsuaq, Grönland

Der Anflug ist atemberaubend schön. Auch wenn man die Landepiste erst im letzten Moment sieht: Der internationale Flughafen in Narsarsuaq im Süden Grönlands hat genau eine Landebahn, die ist dafür immerhin 1’830 Meter lang. Starts und Landungen sind aber nur bei guter Sicht möglich. Ab Dämmerung dürfen keine Flugzeuge mehr starten. Ausserdem gibt es an diesem Flughafen weder Radarführung noch geführte Flugüberwachung.

Matekane Airport, Lesotho

Sogar der erfahrenste Pilot dürfte bei einem Start auf dieser Piste einen gesteigerten Adrenalinspiegel aufweisen: Die nicht ganz 400 Meter lange Piste auf einem Bergplateau endet abrupt an einem Abgrund. Die kleinen Flugzeuge nutzen teils den freien Fall, um die geforderte Geschwindigkeit zu erreichen. Für internationale Flüge wurde der Flughafen im Jahr 2009 geschlossen. Private Flugzeuge landen aber nach wie vor hier.

Flughafen Lukla, Nepal

Wer auf den Mount Everest will, kommt um ihn nicht herum: Den Tenzing-Hillary Airport. Dieser wird von Katmandu aus mehrmals täglich angeflogen und ist der meist frequentierte Flughafen Nepals. Landen können hier aber nur kleine Propeller-Flugzeuge. Denn: Die Landebahn ist nur gerade einmal 527 Meter kurz. Auf der einzigen Piste des Airports kann nur bergwärts gelandet und talwärts gestartet werden. Wem das noch nicht genug Nervenkitzel ist: Die Piste endet abrupt – an deren Ende geht es Hunderte Meter in die Tiefe. Der Flughafen gilt als einer der weltweit gefährlichsten.

Barra Airport, Schottland

Die Landungen an diesem Flughafen verlaufen absichtlich im Sand. Denn anstelle einer geteerten Piste, nutzen die Piloten den Strand der kleinen Hebrideninsel. Auch dieser besondere Airport wird nur von kleinen Flugzeugen des Typs Twin Otter ab/nach Glasgow bedient. Landungen und Starts sind nur bei Ebbe möglich und in der Regel eher holprig. Findet kein Flugbetrieb statt, ist der Strand für Touristen und Einheimische offen.

Paro Airport, Bhutan

Nur acht Piloten weltweit haben eine Lizenz, um auf diesem Flughafen in einem Tal des Himalayas zu landen. Kein Wunder: Die Piste ist nur über eine scharfe Rechtskurve zu erreichen und der Anflug führt über schwieriges Gebirge.

Sea Ice Runway, McMurdo Sound‎, ‎Antarktis

Auch bekannt als «The Ice» besteht diese Piste tatsächlich lediglich aus Eis und wird jedes Jahr neu gebaut. Sobald die Antarktis-Saison vorbei ist und das Eis schmilzt, löst sich damit auch die Lande- und Startbahn in Wasser auf. Die Piste ist nach Aussagen von Piloten stabil und fühle sich zum Landen ähnlich wie Beton an. Sobald das Flugzeug stillsteht, sinkt es allerdings einige Zentimeter ins Eis ein: Bis zu zehn Zentimeter gehen aber in Ordnung.

Travelnews.ch ist das Schweizer Newsportal für Reisen und Tourismus und richtet sich an Mitarbeitende der Tourismusbranche sowie alle reiseaffinen Leser.

Einen Kommentar hinterlassen



Reisewelten abonnieren!

Kommentare

Besuchen Sie unsere inspirierenden Events!

Eventuell auch interessant

Filter by
Post Page
Südliches Afrika Travelnews Ausgabe Frühling 2019
Sort by

Impressum / Kontakt

 

REISEWELTEN, das Schweizer Reisemagazin. Auf der Webseite finden Sie die Inhalte aller Ausgaben des Magazins REISEWELTEN mit zusätzlichen Videos, Bildergalerien und Informationen, die Sie nur in der App und auf der Webseite finden. Ergänzend finden Sie in der REISEWELTEN App im App Store auch immer alle aktuellen Kataloge von knecht reisen in digitaler Form.

X

Send this to a friend