Muss ich mir Sorgen über Viren in der Flugzeugluft machen?

Muss ich mir Sorgen über Viren in der Flugzeugluft machen?

Die Flugnachfrage geht derzeit wegen Angst vor dem Coronavirus stark zurück. Dabei kommt auch die Frage auf, ob die rezirkulierte Luft im Flugzeug potenziell Viren enthalten kann. Hier darf man Entwarnung geben.

Die Angst vor dem Coronavirus geht um. Das ist im öffentlichen Verkehr spürbar, wo inzwischen jeder Nieser böse Blicke nach sich zieht und Asiaten einer völlig sinnfreien Ausgrenzung ausgesetzt sind. Das ist auch in der Luftfahrt spürbar, wo aktuell Tausende ihre Flüge annullieren oder verfallen lassen aus Angst vor einer Infizierung im Zielgebiet oder bereits an Bord. Denn es kursiert inzwischen wieder die Angst, dass man sich auf Flügen schon nur mittels der Flugzeugluft infizieren kann, welche ja rezirkuliert ist und theoretisch Viren eines kranken Passagiers in Reihe 30 nach vorne zu mir in Reihe 7 befördern könnte.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt diesbezüglich kein Risiko. Das einzige Risiko gibt es, falls Sie direkt neben einer Infizierten Person sitzen, sozusagen näher als die 1,8 Meter Schutzdistanz. In diesem Fall, muss man leider einräumen, sind Ängste nicht ganz unberechtigt: Wer weiss schon, wo der unbekannte Sitznachbar zuletzt war, woher er kommt, wen er getroffen hat? Da sind Nieser und Husten potenzieller Grund zur Sorge. ABER: Von der Luftzufuhr über den Sitzen geht kein Risiko aus, auch wenn es immer wieder Leute gibt, welche die Luft im Flugzeug als widerlich, stinkig oder voll von Keimen bezeichnen.

Der Internationale Luftfahrtverband IATA erklärt, gestützt auf Studien der Luftfahrtsicherheitsbehörde EASA aus dem Jahr 2017, dass die rezirkulierte Luft absolut unbedenklich sei. Mehr noch: Die Luft in Flugzeugen sei gleich oder gar besser als die Luft in anderen öffentlichen, geschlossenen Räumen wie Büros oder Schulen. Wie das? Weil in modernen Flugzeugen die Kabinenluft zu 50 Prozent von ausserhalb des Flugzeugs stammt und zu 50 Prozent aus der Innenluft rezirkuliert wird, jedoch stets filtriert wird. Je nach Flugzeugtyp kann es Abweichungen geben, aber in der Regel sind moderne Luftsysteme sauber.

Dies, weil die erwähnten Filter – normalerweise HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) – identisch sind mit jenen, die in Spitälern gängig sind und damit 99,97 Prozent aller Viren und Bakterien eliminieren, wie die IATA ausführt. Je nach Filter ist dieser Prozentsatz gar noch höher, weil Partikel von einer Grösse von lediglich 0,01 Mikrometer Durchmesser filtriert werden. Das Coronavirus hat einen Durchmesser von 0,8-0,16 Mikrometer.

Darüber hinaus gibt es wie erwähnt einen Rezirkulierungsprozess. In einem Airbus A350 beispielsweise wird die Kabinenluft alle 2-3 Minuten vollständig erneuert, ebenso in einem Boeing 787 Dreamliner. Dort kann keine Rede mehr sein von stickiger Altluft nach einem langen Flug. Darüber hinaus wird ein Flugzeug nach jedem Flug gereinigt und desinfiziert. Jeder Meetingraum, jedes Klassenzimmer oder jedes Kino stinkt nach einer einstündigen Session mehr und trägt vermutlich deutlich mehr Infektionsrisiko.

Deshalb gilt: Nur zuhause bleiben ist eigentlich ganz sicher. Wenn Sie weiterhin zur Arbeit gehen, zur Schule, ins Kino, zum Sportanlass oder zur Firmen-GV, dann können Sie auch weiterhin fliegen.

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