Insel am Rand der Ewigkeit

Insel am Rand der Ewigkeit

Mitten im Nirgendwo liegt Dirk Hartog Island – einsam, zeitlos und unfassbar schön. Die Insel im Westen Australiens ist ein magischer Ort.

Dirk Hartog Island

Wer Abgeschiedenheit, Stille und einmalige Naturerlebnisse sucht, ist auf Dirk Hartog Island genau richtig. Die grösste Insel Westaustraliens gehört zur 850 Kilometer nördlich von Perth liegenden Region Shark Bay. An ihren Küsten konkurrieren skurrile Kreidefelsen und karge Kalksteinwände mit der Üppigkeit aquamarinblauer Buchten, mit perfekten Sandstränden und tiefgrünen Seegraswiesen.

Dirk Hartog Island hat einen einzigartigen Platz in Australiens Geschichte. Sie ist der Ort der ersten dokumentierten Landung von Europäern auf australischem Boden. 1616 warf der holländische Kapitän Dirk Hartog hier Anker und gab der Insel ihren Namen. Erst mehr als eineinhalb Jahrhunderte später erreichte der englische Seefahrer James Cook die Ostküste Australiens im heutigen Bundesstaat New South Wales.

Dirk Hartog Island ist ein aussergewöhnlicher Ort in Australien: Seit 2009 ist die zur UNESCO Welterbe Region Shark Bay gehörende Insel ein Nationalpark. Die einzige permanent auf der Insel lebende Familie, Kieran und Tory Wardle mit ihren drei Sprösslingen, hatte bereits vor zehn Jahren damit begonnen, Dirk Hartog Island sanft touristisch zu erschliessen. Sie hatten verstanden, dass das fragile Gleichgewicht der Tier- und Pflanzenwelt seit der Einführung von Weidewirtschaft auf der Insel arg gelitten hatte. Daher entschlossen sie sich, die Zuchttierhaltung auf der Insel zu beenden.

Das unter Leitung der westaustralischen Nationalparkbehörde stehende Projekt «Return to 1616» verfolgt ein ambitiöses Ziel: Allmählich sollen Fauna und Lebensräume in den Zustand zurückversetzt werden, in dem der holländische Seefahrer Dirk Hartog die Insel vor mehr als 400 vorgefunden hatte. Zwischenzeitlich ist die Insel zu einer Arche Noah für bedrohte australische Tierarten geworden. Ende 2017 wurden die letzten verbleibenden Ziegen und Schafe von der Insel weggebracht. Ein Jahr später gelang es auch, ausgewilderte Katzen, die sich unkontrolliert ausgebreitet hatten, zu eliminieren. Diese Raubtiere hatten das ökologische Gleichgewicht ins Wanken gebracht und insbesondere auf die Vogelwelt verheerende Auswirkungen gehabt. An ihrer Stelle werden nach und nach verschiedene einheimische Säuge- und Beuteltiere wieder eingeführt, darunter auch ehemals auf der Insel ansässige endemische Mausarten oder Beuteltiere wie Wallabies.

Mittlerweile leben wieder mehr als 80 Vogel- und 25 Reptilienarten auf der Insel, einige davon waren zuvor vom Aussterben bedroht. Und rund um Dirk Hartog Island liegt ein ozeanisches Paradies, in dem es von Meeresschildkröten, Rochen, Dugongs und Delfinen wimmelt. Auch Wale legen auf ihren alljährlichen Wanderungen der Westküste entlang in den geschützten Buchten vor Dirk Hartog Island Pausen ein. In den Gewässern rund um die Insel liegt das grösste Seegrasvorkommen der Welt. Hier tummeln sich scheue Dugongs, pflanzenfressende Seekühe, die sich ausschliesslich von Seegras ernähren.

Die Familie Wardles hat das ehemalige Nachtquartier der Schafscherer in eine gemütliche Eco-Lodge umgewandelt. Im Haupthaus, dem Zuhause der Gastgeber, lädt die aus angeschwemmtem Treibholz konstruierte Bar in der offenen Küche zum gemütlichen Verweilen ein. Hier treffen sich Gäste und die Familie gerne nach einem Tag voller Entdeckungen und schauen der begnadeten Köchin Tory beim Zubereiten von Leckereien zu. Zu solchen kulinarischen Höhepunkten sind auch die Camper eingeladen, welche auf einem Stückchen Land neben dem Haupthaus ihr Lager aufschlagen können. Für die Gäste, die in der sechs behagliche Schlafzimmer umfassenden Lodge übernachten, zaubert Tory täglich frisch zubereitete, gesunde und schmackhafte Mahlzeiten auf den Tisch. Besucher schätzen diese kulinarische Vielfalt in Anbetracht der abgeschiedenen Lage und den beschränkten Einkaufsmöglichkeiten besonders.

Wula Gura Nyinda Tours bringt Interessierten die Insel auf einer dreitägigen Tour aus dem Blickwinkel der Aborigines näher. Der Reiseführer Capes erklärt: «In der Shark Bay treffen die Wüste und der Indische Ozean aufeinander. Hier herrscht eine besondere Energie. Es bedeutet uns viel, dass wir Besucher mit dem Land, dem Wasser und der einzigartigen Natur verbinden.» Es gehe nicht nur darum, diese zu sehen, sondern auch zu spüren. Capes lässt seine Gäste Anteil haben an den Schätzen des einzigartigen Naturraums und den Geschichten der Aborigines.

Autor: Matthias Reimann


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Down Under hat mich schon immer fasziniert und als ich nach der abgeschlossenen Ausbildung 2006 in der Australien-Abteilung anfangen durfte, hat mich das Reisefieber für diese Destinationen noch mehr gepackt.

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