Im Geist grosser Entdecker

Im Geist grosser Entdecker

Innovative Expeditionen mit Hurtigruten

Die norwegische Reederei läutet die nächste Generation von Expeditionsreisen auf hoher See ein. Passagiere reisen demnächst mit grösstmöglichem Komfort und den Vorteilen modernster Technik, aber sicher mit genauso viel Abenteuerlust wie die berühmten Forscher früherer Tage.

Schon ihre Namenspatrone standen zu ihrer Zeit für Fortschritt auf Expeditionen. Fridtjof Nansen führte verschiedene Innovationen bei Arktisreisen ein und setzte bei der ersten Überquerung von Grönland auf Langlaufskier, Roald Amundsen durchfuhr als Erster die Nordwestpassage. Demnächst halten zwei Expeditionsschiffe als neueste Mitglieder der Hurtigruten-Flotte das Erbe der beiden grossen Norweger in Ehren.

«Der Entdeckergeist der einstigen Abenteurer ist tief in der Hurtigruten-DNA verwurzelt», sagt Daniel Skjeldam, CEO von Hurtigruten. «Auch zukünftig möchten wir bei der Erkundung der Welt immer einen Schritt voraus sein. Mit unseren neuen Schiffen gehen wir neue Wege für unsere Gäste, die Branche und bei der Entwicklung neuer Technologien.»

Im Frühling 20198 sticht die MS Roald Amundsen als neues Flaggschiff der Reederei in See, die MS Fridtjof Nansen folgt zu späterem Zeitpunkt als Schwesterschiff. Beide bringen ihre Gäste an einige der atemberaubendsten Orte des Planeten. Und das äusserst komfortabel.

Über den vorderen Schiffsbug erstreckt sich jeweils ein zweigeschossiges Aussichtsdeck mit Innen- und Aussenbereich. Ebenso gut ist der Ausblick von der nach vorne gerichteten Explorer Lounge auf Deck 10. Dort steht man mit einem Drink in der Hand vor riesigen Panoramafenstern.

Kabinen: ausschliesslich nach aussen

Aussicht ist auch das Stichwort in den Kabinen, die allesamt nach aussen gerichtet und zur Hälfte mit einem privaten Balkon versehen sind. Für ihre Einrichtung wurden natürliche skandinavische Materialien wie Granit, Eiche und Birke verwendet, die die wundervolle Szenerie der vorbeiziehenden Landschaften widerspiegeln.

Und wer ein einzigartiges Erlebnis sucht, bucht eine Suite mit Aussenwhirlpool. Man stelle sich das Gefühl vor: Durch den aufsteigenden Dampf aus dem 38 Grad warmen Wasser beobachtet man Pinguine auf ihren Eisschollen in der Antarktis! Alle anderen weichen zum Entspannen auf die beiden Spa-Bereiche und den Infinity Pool aus.

Doch selbst ohne diesen Luxus werden die Expeditionen mit der MS Roald Amundsen jede Menge Stoff für Erzählungen bieten. Dafür sorgt allein schon das Expeditions-Team an Bord. Die Mitglieder sind alle handverlesen und absolute Spezialisten auf ihren Fachgebieten, die Fotografie, Biologie, Geologie und Geschichte umfassen. Interessierte lassen sie gerne an ihrem Wissen teilhaben.

Als echte Abenteurer sind die Wissenschaftler mit den Reisezielen bestens vertraut und fiebern den abgelegenen Regionen genauso entgegen wie die Hurtigruten-Gäste. Dort sorgen sie mit viel Engagement und Leidenschaft dafür, dass der Aufenthalt so lehrreich und angenehm wie möglich verläuft.

Herzstück Science Center

Damit Passagiere sich optimal auf spannende Tierbegegnungen und wilde Landschaften vorbereiten können, steht ihnen das Amundsen Science Center bzw. das Nansen Science Center mit hochmoderner Ausrüstung offen. Beide Einrichtungen gelten als Herzstücke der Schiffe. In Workshops und beim Umgang mit wissenschaftlichen Instrumenten erlangen die Reisenden ein tieferes Verständnis für die Gebiete, in denen sie sich befinden. Zusätzlich findet vor Ausflügen ein kurzes Briefing statt. Erst dann geht es mit kleinen Tenderbooten hinaus in die faszinierende Natur.

Diese Trips führen oftmals in eine recht unwirtliche Umgebung. Das exakte Gegenteil davon erwartet die Rückkehrer auf dem Expeditionsschiff. Dort kümmern sich hervorragende Küchenteams in gleich drei Restaurants um das leibliche Wohl der Gäste. Das Hauptrestaurant T.Aune ist nach dem norwegischen Schiffs- und Expeditionsausrüster Tine Aune benannt, das Fredheim nach einer legendären Trapper-Station auf Svalbard. Dort werden internationale Gerichte serviert, während im Lindstrøm erlesener Genuss an erster Stelle steht.

Bei so viel Komfort fällt es beinahe schon schwer, das Schiff zu verlassen. Tatsächlich muss man für tiefe Einblicke in die geheimnisvollen Welten, die die Expeditionsschiffe umgeben, nicht zwangsläufig von Bord gehen. Eine GSS-Kamera fängt die aufregendsten Vorkommnisse ein und überträgt die Aufnahmen auf Bildschirme an Deck und sogar in die Kabine. Wurden Wale in weiter Entfernung gesichtet? Dank eines 40- bis 50-fachen Zooms sind die gigantischen Meeressäuger plötzlich ganz nah.

Einblicke in eine verborgene Welt

Fast noch spektakulärer, weil aussergewöhnlicher, sind die Bilder, die spezielle Unterwasserdrohnen liefern. Für den Einsatz dieser unbemannten Tauchroboter kooperiert Hurtigruten mit dem norwegischen Start-up Blueye Robotics. Das Unternehmen hat Drohnen entwickelt, die selbst den extremen Bedingungen des Nordpolarmeers widerstehen können.

Vier Schubdüsen treiben die Leichtgewichte von acht Kilogramm kraftvoll voran und die HD-Weitwinkelkameras fangen selbst bei schlechten Verhältnissen ausreichend Licht ein. Ihre Live-Bilder sehen Gäste nicht nur auf Bildschirmen, sondern auch auf Tablets und sogar Virtual Reality Brillen.

«Mit den Unterwasserdrohnen können unsere Gäste bald Gegenden erkunden, die weniger entdeckt sind als die Oberfläche des Mars», blickt Skjeldam voraus. «90 Prozent der Ozeane sind immer noch unerforscht. So haben unsere Passagiere die Möglichkeit zu echten Entdeckern zu werden und eine völlig neue Dimension zu erkunden.» Dabei soll das gesammelte Video- und Datenmaterial nicht nur die Reisenden staunen lassen, sondern später noch Forschungsinstitutionen bei ihrer Arbeit unterstützen.

Viele der Innovationen zielen also darauf ab, den Gästen möglichst hohen Genuss sowie unvergessliche Momente zu bescheren. Doch ebenso wichtig ist Hurtigruten der Naturschutz. Die beiden jüngsten Expeditionsschiffe der Flotte setzen auf eine nachhaltige Hybridtechnologie. Gemeinsam mit der neuartigen Rumpfkonstruktion und der effizienten Nutzung von Bordstrom lässt sich der CO2-Ausstoss dadurch erheblich reduzieren.

Der Einsatz eines elektrischen Zusatzantriebs kommt den Reisenden allerdings nicht nur auf lange Sicht zu Gute, sondern auch ganz konkret während der Fahrt. Dann nämlich gleiten die grossen Schiffe durch unberührte Landschaften – und das beinahe geräuschlos. Unbeschreiblich!

Antarktis und Falklandinseln

Mit der MS Fridtjof Nansen entdecken Abenteurer den entlegensten Ort der Welt und stellen fest, wie lebhaft es in der südlichen Hemisphäre zugeht.

Die Expeditionsreise beginnt in Montevideo mit seiner bunten Mischung aus kolonial-spanischen, italienischen und Art Deco-Baustilen. Von Uruguays Hauptstadt aus nimmt die MS Fridtjof Nansen Kurs auf die Halbinsel Valdez. Das Naturreservat vor Argentiniens Küste ist eine UNESCO-Welterbestätte. Dort, im Osten Patagoniens, lassen sich Seeelefanten, Glattwale, Magellan-Pinguine und eine Vielzahl anderer Vögel besonders gut beobachten. Weiter geht es zu den Falklandinseln. Dort können Reisende wählen: Im roten Doppeldeckerbus zu den englischen Pubs der Hauptstadt Stanley oder doch Wanderungen und Kajaktouren?

Beim anschliessenden Passieren der Drakestrasse stehen die Chancen gut, von Deck aus Eisberge zu sehen. Die begegnen den Reisenden auf jeden Fall in der Antarktis – und mit ziemlicher Sicherheit auch Pinguine, Seehunde und Wale. Historische Walfangstationen und verschiedene andere Überbleibsel zeugen auf der grössten Eismasse unseres Planeten von einer längst vergangenen Zeit. Für spannende Ausflüge können sich Gäste dem Expeditionsteam anschliessen. Die Reise endet in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt.

Antarktis, Patagonien und chilenische Fjorde

Auf dieser Expedition steht der Kapitän am Steuer, doch die Elemente bestimmen den Kurs. Das garantiert einzigartige Erlebnisse auf der MS Roald Amundsen.

Zunächst bietet sich eine Besichtigung der farbenprächtigen Stadt Valparaíso mit ihren Standseilbahnen an, bevor es mit der MS Roald Amundsen über Chiles Pazifikküste zur Insel Chiloé geht. Dort ist die Stadt Castro bekannt für ihre Palafitos. Die bunten Holzhäuser stehen auf Stelzen am Ufer. Als nächstes erreicht die Expedition die südliche Provinz Ultima Esperanza. Die atemberaubende Weite in der Seelandschaft der Anden wirkt schlicht atemberaubend.

Über Patagoniens Gewässer führt der Weg weiter zu einem isolierten Dorf im Bernardo O’Higgins Nationalpark. Puerto Edén ist eine tolle Gelegenheit, indigene patagonische Kultur zu erleben. Eines der schönsten Naturschutzgebiete der Erde sehen die Reisenden dann im Nationalpark Tores del Paine. Dessen imposante Felsformationen erheben sich majestätisch über azurblaue Seen. Ob später eine Landung am Kap Hoorn ansteht, entscheidet das Wetter. Die Antarktis besuchen die Passagiere aber auf jeden Fall. Dort erleben sie einen faszinierenden Kontinent, dessen natürliche Balance über Jahrtausende ohne Störung von Menschenhand gewachsen ist. Über die Drakestrasse geht es zurück zur südlichen Spitze Argentiniens.

Durchquerung der Nordwest-Passage

Die «MS Roald Amundsen» auf den Spuren ihres Namensgebers! Als eines der wenigen Schiffe bewältigt sie diese sagenumwobene Route in einer rauen Gegend.

John Cabots versuchte es 1497, James Cooks 1776, John Franklin 1834 – alle vergeblich. Tatsächlich durchquerte Roald Amundsen die Nordwestpassage zwischen dem Pazifischen und Atlantischen Ozean als Erster. Das nach ihm benannte Schiff startet seine eigene Expedition in Kangerlussuaq mit der Möglichkeit, einige grönländische Inuit-Siedlungen zu besuchen. Über den Ilulissat-Eisfjord mit einem der aktivsten Gletscher der Welt geht es weiter über die Davisstrasse in das kanadisch-arktische Archipel Nunavut. Nun dringen die Reisenden ins Herz der Nordwestpassage vor.

Dort sieht man die Schauplätze früherer Expeditionen. Mehr als 40 sind seit dem späten 15. Jahrhundert aufgezeichnet. Weiterhin stehen Besuche einiger der nördlichsten Gemeinden auf dem Programm sowie Fahrten durch legendäre Meeresarme und Kanäle. Wenn es die Bedingungen zulassen, unternehmen die Reisenden Ausflüge im Kajak oder Wanderungen. Denn eines ist klar: Am oberen Ende der Welt bewegt man sich nur dort, wo das Eis es zulässt. Besonders wertvolle Eindrücke nehmen die Passagiere aber in jedem Fall mit. Schliesslich wagen auch heute nicht viele Schiffe die berüchtigte Nordwest-Passage.

Autor: Andreas Hottenrott

Der Grund meiner Faszination für den Norden Europas liegt wohl darin, dass meine "Wurzeln" zu 50% in Skandinavien liegen, aber auch an der Zeit, die ich im Norden verbracht habe. Zählt man die Zeit zusammen, so sind es insgesamt rund drei Jahre, während denen ich Skandinavien zu jeder Jahreszeit geniessen konnte.

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