Gullideckel als farbenfrohe Kunstobjekte

Gullideckel als farbenfrohe Kunstobjekte

Hiroshima, Nagoya und weitere Städte | Japan

Wer als Fussgänger in den Strassenschluchten hektischer Grossstädte unterwegs ist, verpasst sehr wahrscheinlich einen aussergewöhnlichen Augenschmaus: Bunt bemalte und mit grossem künstlerischem Flair verzierte Gullydeckel.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich die anfänglich rein funktionellen und eintönigen Stahlabdeckungen von Kanalisationsschächten, Abwasserkanälen oder Röhrensystemen für Telefon- und Stromkabel in ein nationales Phänomen. Den wirklichen Durchbruch schafften die Deckel 1985: Der Staatsbeamte Yasutake Kameda kreierte die Idee der künstlerisch gestalteten Gullydeckel, um eine kritisch eingestellte lokale Bevölkerung von der Notwendigkeit zu überzeugen, das veraltete japanische Kanalisationssystem radikal zu überholen. Mittlerweile sind unzählige Schachtdeckel zu echten und vor allem beliebten Kunstwerken geworden. Aufwendig dekoriert oder bemalt, merkwürdig, markant, kunstvoll und teilweise sehr bunt zieren sie Strassen und Gassen im ganzen Land. Die einst banalen Nutzgegenstände haben sich zu wahren Sehenswürdigkeiten entwickelt. Es soll sogar Japan-Besucher geben, die das Inselreich kreuz und quer bereisen, um möglichst viele dieser einzigartigen Stil- und Designikonen zu besichtigen.

Beim nächsten Stadtspaziergang in Japan lohnt es sich, den Blick auf den Boden zu richten. Da könnte einem nämlich durchaus das Maskottchen des Baseball-Teams «Hiroshima Carps» oder eine filigrane Interpretation eines buddhistischen Tempels entgegenfunkeln.

Autor: Matthias Reimann

  • Mo13Jan – Own work/Wikimedia/cropped from original/CC0
  • VKaeru – Own work/Wikimedia/cropped from original/CC BY-SA-3.0
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Titelbild: Daderot – Own work/Wikimedia/cropped from original/CC0

Mit 20 Jahren habe ich das Wallis Richtung Genf verlassen. Eher zufällig habe ich dann in der Reisbranche Fuss gefasst. Mein beruflicher Weg war aber von da Weg vorgezeichnet….Was gibt es befriedigenderes, als für die Leute die schönsten Tage des Jahres zu organisieren.

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