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EINE MILLION ABENTEUER

EINE MILLION ABENTEUER

Ob mit dem Rad, dem Kanu oder zu Fuss – es gibt viele Fortbewegungsmöglichkeiten in Papua-Neuguinea. Jede eröffnet ihre ganz eigenen Wege, die Ursprünglichkeit des Inselstaates zu entdecken. Doch die grössten Schätze liegen unter Wasser.

Ein kurzer Blick nach links und ich zucke vor Schreck zusammen, als ein riesiger Schwarm silbrig glänzender Fische von hinten an mir vorbeizieht. Sie verschwinden rasch in dem dunklen Loch, das direkt unter uns liegt. Es ist das Cockpit eines japanischen Kampfflugzeuges, welches im Zweiten Weltkrieg in die Bismarcksee stürzte. Wir umschwimmen den Mitsubishi-Bomber. Er wirkt kaum beschädigt, wenn man bedenkt, dass er seit fast 75 Jahren hier unten liegt. Der Frontpropeller zeigt kerzengerade nach oben und sogar die Armaturen sind noch deutlich erkennbar. In grellen Farben leuchtende Korallen und unzählige Tropenfische bewohnen das Wrack 17 Meter unter der Meeresoberfläche mitten in der Kimbe Bay vor der Insel Neubritannien. Es ist nur eines von vielen Tauchzielen, das wir in diesen Tagen ansteuern. Unberührte Korallenriffe erstrecken sich über die ganze Bucht und warten nur darauf, von den Gästen des Walindi Resorts erkundet zu werden. Jeder einzelne Tauchspot in Papua-Neuguinea hat seine ganz eigenen Besonderheiten. Verschiedenste Meeresbewohner aller Grössen, farbenprächtige Hart- und in den Wellen flatternde Weichkorallen prägen das Bild der Unterwasserwelt des Inselstaates. Dabei muss man gar nicht zwingend mit einer Tauchflasche ins Wasser gehen, denn Maske und Schnorchel reichen schon, um die faszinierenden Naturwunder zu erleben.

In Alotau in der Milne Bay-Provinz treffen wir auf einen echten Geheimtipp. Die vier aus traditionellen Materialien erbauten Bungalows des Nuli Sapi Retreat stehen auf Holzstelzen im Wasser und haben nur Solarstrom. Aber wer braucht schon mehr, wenn man mit Mantarochen schwimmen kann? Der grazile Flossenschlag und die aussergewöhnliche Körperform dieses Lebewesens sind die lange Anreise von Papua-Neuguineas Hauptstadt Port Moresby wahrlich wert. Und die bildschönen Tiere sind auch nicht der einzige Grund, weshalb sich unser Ausflug an die Milne Bay lohnt. Mit dem Boot erreichen wir Tawali. Ursprünglich zwar auch ein Tauch-Resort, hat es jedoch viel mehr zu bieten als die Abenteuer unter Wasser. Was sich an Land abspielt, ist mindestens genauso spektakulär. Auf einem Bush-Walk durch den Regenwald erspähen wir dank unseres Guides Eddie seltene und weniger seltene Vogelarten, viele hören wir lediglich. Schliesslich erreichen wir einen Wasserfall mitten im Grünen – der perfekte Ort für ein erfrischendes Bad. Für die nächsten zwei Tage tauschen wir die Wanderschuhe gegen Flip-Flops und ein Kajak ein. Der Dawadawa Fluss mündet von Süden kommend in die Milne-Bucht. Die Ursprünglichkeit der kleinen Inseln und der am Ufer liegenden Dörfer und Mangrovenwälder ist überwältigend. Nicht nur mit dem Kajak oder dem Kanu lässt sich dieser abgeschiedene Landesteil erkunden, sondern auch mit dem Stand Up Paddle-Board kann man einiges entdecken.

Loloata ©Melanie-Benz
Loloata ©Melanie-Benz

Das nächste Ziel unserer Reise ist das Hochland, die Heimat unterschiedlichster Stämme. Der Besuch im Tari-Tal ist eine kleine Zeitreise, denn das Volk der Huli lebt heute noch wie vor Jahrhunderten. Ihre bunten Gesichtsbemalungen aus gelber und roter Farbe und die aufwendigen, aus Echthaar und Vogelfedern bestehenden Perücken sind beeindruckend. In der Huli Wigmen Schule erfahren wir, dass die Männer 18 Monate lang auf eine spezielle Weise ihre Haare so züchten, dass daraus Perücken hergestellt werden können. Die Huli sind sehr gastfreundlich, denn umgehend werden wir in eines ihrer Dörfer eingeladen, wo wir die Nacht verbringen. Hier lernen wir, dass Schweine die wichtigste Währung sind und sogar als Brautpreis benutzt werden. Es dauert nicht lange, da zeigen uns die Huli ihre Kultur in Form eines Sing Sings. Sie singen, trommeln und springen. Die Federn ihrer Perücken hüpfen auf und ab – ein aufregendes Spektakel.

Am nächsten Morgen reisen wir über den Highlands Highway weiter nach Mount Hagen, wobei die Bezeichnung Highway irreführend ist. Die nur teilweise asphaltierte Verbindungsstrasse zwischen den Ortschaften in den Highlands erinnert an vielen Stellen an die schlaglochreichsten Bergstrassen der Schweizer Alpen. Ab und zu sehen wir liegengebliebene oder verunfallte Fahrzeuge am Strassenrand. Das gehöre nun mal zum Alltag der Leute in den Hochländern Papua-Neuguineas, versichern uns Einheimische. Von fehlendem Abenteuergeist kann hier wirklich nicht die Rede sein… In Mount Hagen werden wir Teil eines der berühmtesten kulturellen Ereignisse des Landes sein, der Mt. Hagen Cultural Show.

Die Highlands eignen sich hervorragend für mehrtägige Trekkingtouren durch gigantische Wälder und hinauf auf hohe Berge. Auch der über 4500 Meter hohe Mount Wilhelm ist für erfahrene Wanderer ein durchaus machbares Ziel. Wir entscheiden uns jedoch für den etwas niedrigeren Mount Giluwe, den höchsten Vulkan des australasiatischen Kontinents. Durch üppige Vegetation aus Orchideen, verschiedenen Ingwersorten und Rhododendren, erreichen wir die riesigen Grasfelder am Fusse des Berges, wo wir unser Basecamp aufschlagen. Am Morgen werden wir von einem aussergewöhnlichen Gesang geweckt – ein Paradiesvogel wünscht uns von einem Ast aus eine gute Reise. Weltweit sind zur Zeit 43 Arten dieser farbenfrohen Vögel bekannt. In Papua-Neuguinea leben davon 39 Arten, daher ist es auch das Wahrzeichen Papua-Neuguineas. Über felsigen Untergrund und teils schwierige Steilstücke erreichen wir den Gipfel des Schildvulkans. Von hier oben wirkt die Landschaft karg, doch keineswegs unspektakulär. Die schnellen Wolkenzüge erzeugen ein unwirkliches und dynamisches Panorama, wie ich es selten erlebt habe. Es ist der perfekte Abschluss einer aufregenden Reise nach Papua-Neuguinea, wo Einblicke in tausend Jahre alte Stammeskulturen und aufregende Outdoor-Abenteuer nie weit voneinander entfernt liegen.

Down Under hat mich schon immer fasziniert und als ich nach der abgeschlossenen Ausbildung 2006 in der Australien-Abteilung anfangen durfte, hat mich das Reisefieber für diese Destinationen noch mehr gepackt.

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