Durchs Outback zum Ozean

Durchs Outback zum Ozean

In der Herbstausgabe der REISEWELTEN hat uns der Explorers Way von Darwin bis zum Uluru geführt. Zeit, den «Once in a Lifetime»-Roadtrip fortzusetzen, über die Opalhauptstadt Coober Pedy und den Lake Eyre bis an die Küste South Australias.

Explorers Way Teil 2: Vom Uluru nach Adelaide

Noch ganz unter dem Eindruck des Ayers Rock – oder Uluru – geht es zurück in den Wagen und am Erldunda Roadhouse erneut auf den Explorers Way. Nach dem gewaltigen Felsen lässt man wenig später auch das Northern Territory hinter sich und überquert die Grenze nach South Australia. In Marla gibt es Gelegenheit, Tank und Vorräte aufzufüllen und auf dem Campingplatz oder im Hotel einen Platz für die Nacht zu finden.

Über Oodnadatta mit seinem historischen Zentrum und dem Oodnadatta Track, einer Geländewagenstrecke durch unberührte Natur, erreicht man Coober Pedy. Rund um die «Opalhauptstadt» fördern die Menschen die funkelnden Minerale aus dem Boden – und nehmen selbst den umgekehrten Weg. Zum Schutz vor der sengenden Sonne haben sie Wohnungen, Supermärkte und Hotels unter der Erdoberfläche errichtet. In der Josephine’s Gallery und dem Kangaroo Orphanage können Besucher durch eine beeindruckende Sammlung einzigartiger einheimischer Kunst wandern und aus erster Hand erleben, wie sich das Waisenhaus um kranke und verletzte Joeys, Baby-Kängurus, kümmert.

Oodnadatta Track, Copyright: South Australian Tourism Commission SATC

Lake Eyre aus der Luft

Die nächsten Etappenziele sind der winzige Outback-Ort William Creek, der mit einem grossartigen Pub lockt, und der Lake Eyre. Während der Trockenzeit glitzern weisse Kristalle in der gigantischen Salzpfanne. Sobald sich der See mit Wasser füllt, zieht das kühle Nass die Tiere des Outbacks an und das Farbenspiel des Lake Eyre Besucher aus aller Welt. Besonders schön kommt das Schauspiel auf einem Rundflug zur Geltung.

William Creek Hotel, Copyright: South Australian Tourism Commission SATC

Ein Stück entfernt gilt Marree als Tor zum Kati Thanda, dem Lake Eyre Basin, doch diesmal ist der Ort der Ausgang aus der Region. Mit dem Arkaroola Wilderness Sanctuary wartet in den nördlichen Flinders Ranges aber schon das nächste Highlight. Tagsüber halten Naturfreunde in der zerklüfteten Bergwelt Ausschau nach Gelbfusskängurus und abends bewundern sie den traumhaften Sternenhimmel über den Granitgipfeln.

Arkaroola Wilderness Sanctuary, Copyright: South Australian Tourism Commission SATC

Ebenfalls in den nördlichen Flinders Ranges liegen Leigh Creek und Parachilna, wo das urige Prairie Hotel für seine köstliche Outback-Küche bekannt ist. Ein Omelett aus Emu-Eiern steht ebenso auf der Speisekarte wie Kamelsteak und der aus einer Outback-Frucht gemachte Quandong Pie. Anschliessend geht es von der Blinman-Mine am höchsten Punkt in Südaustralien hinab zum Wilpena Pound, der wie ein natürlich geschaffenes Amphitheater anmutet. Auch hier lässt sich die ganze Dimension einer der ältesten Bergformationen des Planeten am besten aus der Luft erfassen. Outdoor-Sportler setzen aber lieber auf ihre Mountainbikes oder ihre Wanderschuhe um beispielsweise an der dreitägigen Luxuswandersafari «Arkaba Walk» teilzunehmen.

Filmreifes Outback

Wie Relikte aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert wirken dann Hawker und ein Stück weiter südlich Quorn, das schon als Kulisse für einige australische Filme herhielt. Doch selbst, wer noch nie etwas von Streifen wie Gallipoli, Robbery under Arms oder The Shiralee gehört hat, wird den historischen Bauten und dem Eisenbahnknotenpunkt etwas abgewinnen können.

Bei Port Augusta signalisiert die Umgebung allmählich, dass der Roadtrip auf die Zielgerade einbiegt: In der geschäftigen Hafenstadt kommt zum ersten Mal seit dem Start der Reise der Ozean in Sicht. Der Abschied vom Outback lässt sich aber noch hinauszögern, etwa mit einem Besuch des Wadlata Outback Centre, wo eine Zeitreise bis in die Ära der Dinosaurier führt. Einige Nachfahren der Riesenechsen haben eine Heimat im nahegelegenen Mount Remarkable National Park gefunden. Der Park mit seinen Bergkämmen, tiefen Schluchten und Wasserläufen ist ein beliebter Ort für Vogelbeobachtungen. Melrose am Fuss des 960 Meter hohe Mount Remarkable ist die älteste Stadt in den Flinders Ranges und ein guter Ausgangspunkt für Bushwalks.

Vor der Ankunft in Adelaide können Reisende schon mal auf ein unvergessliches Abenteuer auf dem Explorers Way zwischen Northern Territory und Southern Australia anstossen. Das Clare Valley beherbergt mehr als 50 Weinkellereien und der im Tal angebaute Riesling zählt zu den besten der Welt. Zuletzt bleibt nur noch, sich als Kontrastprogramm zum kargen Outback ins bunte Nachtleben von Adelaide zu stürzen. Oder aber das Erlebte bei einem dramatischen Sonnenuntergang am malerischen Strand Revue passieren zu lassen. So oder so: Der Aufenthalt in South Australias Hauptstadt ist das würdige Finale eines «Once in a Lifetime»-Roadtrips entlang des Explorers Way.

Unterwegs im Zug

Der bequeme Langstreckenzug «The Ghan» gilt als eine der grössten Bahnreisen der Welt. Reisende lehnen sich zurück und geniessen in klimatisiertem Komfort das vorbeiziehende Outback. Die Route schlängelt sich über 2979 Kilometer von Adelaide nach Darwin durch das rote Zentrum Australiens. Drei Routen führen von und nach Adelaide, mit Stationen in den südaustralischen Städten Coober Pedy, Marla und Manguri im Hinterland.

Autoren: Andreas Hottenrott und Bernhard Krieger

REISETIPP

Mietwagenrundreise «Explorers Way» durch Südaustralien und das Northern Territory

«Explorers Way» ist eine 13-tägige Self-Drive-Reise von knecht reisen. Mit zwölf Nächten in vorreservierten Mittelklassehotels ist sie ideal, um den Kontinent von Nord nach Süd oder umgekehrt zu durchqueren. Inkludiert sind zwei Bootsausflüge (Yellow Waters Lagoon und Katherine Gorge), ausführliche deutschsprachige Reisedokumentationen, ein Australien Strassenatlas, lokale Taxen und Steuern. Die Reise kostet ab CHF 1260 pro Person. Hinzu kommt noch der Mietwagen nach Wahl.

Hier gehts zu Teil 1

Down Under hat mich schon immer fasziniert und als ich nach der abgeschlossenen Ausbildung 2006 in der Australien-Abteilung anfangen durfte, hat mich das Reisefieber für diese Destinationen noch mehr gepackt.

Reisewelten abonnieren!

Kommentare

Eventuell auch interessant

Filter by
Post Page
Titelstories Australien Ausgabe Herbst 2019 Kanada
Sort by

Impressum / Kontakt

 

REISEWELTEN, das Schweizer Reisemagazin. Auf der Webseite finden Sie die Inhalte aller Ausgaben des Magazins REISEWELTEN mit zusätzlichen Videos, Bildergalerien und Informationen, die Sie nur in der App und auf der Webseite finden. Ergänzend finden Sie in der REISEWELTEN App im App Store auch immer alle aktuellen Kataloge von knecht reisen in digitaler Form.

Send this to a friend