Die Stadt der Gourmets und der Fusion-Küche

Die Stadt der Gourmets und der Fusion-Küche

Das ehemalig portugiesische Verwaltungsgebiet ist seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel der Kulturen. So vielfältig wie der Zwergstaat selbst sind seine Gerichte. Wegen seiner kulinarischen Vielfalt kürte die UNESCO Macao zur «Creative City of Gastronomy».

Das englische Wort «Fusion» geistert seit Jahren durch die Trendküchen der Welt. Doch die wenigsten wissen, dass der Ursprung der kulinarischen Mischformen aus Macao stammt, wo die portugiesische Art der Zubereitung auf die Zutaten Südchinas stossen. Dazu kommen Einflüsse aus Malaysia, Indien und den anderen portugiesischen Kolonien in Südamerika und Afrika. Das Ergebnis dieses bunten, interkulturellen Mixes sind ungewöhnliche Gerichte wie Wachteln, Tauben oder die berühmte Macau-Seezunge. Auch Brot gehört zur Fusion-Küche Macaos – womöglich sogar das beste in ganz Asien.

Das beste Minchi der Stadt

Das besondere an Macaos Küche ist nicht nur die Art der Zubereitung oder der Geschmack der Zutaten, sondern auch die Lokalität, in der man die Leckerbissen geniesst. Irgendwo zwischen barocken Kirchen, chinesischen Tempeln und verlockenden Casinos findet man in versteckten Gassen einige der herausragendsten Fusion-Küchen Macaos. Im Riquexó, einem kleinen Restaurant in Macaos Altstadt, welches von der 103 Jahre alten Aida de Jesus und ihrer Tochter geleitet wird, gibt es Minchi: Gewürfelte Kartoffeln mit Schweine- oder Rindfleisch und obendrauf ein Spiegelei. Ja, die macao’sche Küche kann auch simpel sein, lecker ist sie allemal.

Eine Legende besagt, dass die erste Fusion-Küche entstand als sich portugiesische Kolonialherren chinesische Frauen nahmen und diese versuchten für ihre Männer die Gerichte ihrer Jugend nachzukochen. Es fehlten jedoch eine Reihe Gewürze und Zutaten, welche schliesslich durch kantonesische Pendants ersetzt wurden. So kamen auch Gerichte wie das afrikanische Hähnchen in die Küchen Macaos.

Vegetarisch Essen in Macao

Zum Mix der Kulturen gehören auch Restaurants wie das Sum Yuen. Buddhistische Mönche des aus dem 19. Jahrhundert stammenden Pou Tai-Kloster bekochen Gäste in einer eindrucksvollen Umgebung. Im tempeleigenen Garten, zwischen kunstvollen Skulpturen, pittoresken Pavillons und blühenden Banyan-Feigenbäumen, bekommt man einen bisher unbekannten Einblick in das Stadtbild von Macao.

Diese Vielfalt an verschiedenen Geschmacksrichtungen hat dafür gesorgt, dass Macao in das UNESCO-Projekt Creative Cities Network (UCCN) aufgenommen wurde. Das Ziel des Projektes ist, diese kulturelle Diversität aufrechtzuerhalten. Dazu teilen die Mitgliedsstädte ihre Erfahrungen beim Erhalt des kulturellen Erbes miteinander und diskutieren Pläne, wie sie mit der voranschreitenden Globalisierung zurechtkommen. In der heutigen Zeit, in der Trends schneller kommen und gehen als der Reis im Kochtopf gar wird, ist dies ein wichtiger Ansatz, um das einzigartige kulinarische Erbe Macaos zu erhalten.

Viele Sterneküchen

Macao ist ein Schlaraffenland für Gourmets. Der Restaurantführer listet im Stadtstadt 19 Sternerestaurants auf. Eine gigantische Anzahl für eine so kleine Region. Unter den Top-Restaurants befinden sich fünf Zweisterne- und drei Dreisternelokale. Neben asiatischen Küchenchefs sind auch einige der grössten Küchenvirtuosen der Welt in Macao präsent. So betreibt der französische Starkoch Alain Ducasse im Morpheus Hotel ein Zweisternrestaurant. Sein Landsmann Joël Robuchon’s ist mit seinem Robuchon au Dôme im Grand Lisboa Hotel vertreten und sogar mit drei Sternen dekoriert.

Buchtipp

«What to Eat?» von Carlos Alberto Anok Cabral

Die Rezepte von über 30 Gerichten, die die Küche Macaos hervorragend repräsentieren, sind das Eine. Das andere sind Carlos Albertos tagebuchartigen Geschichten über ebenjene Rezepte, mit denen er charmant und humorvoll erklärt, woher die Inspiration für ein Dessert stammt, welche Erinnerungen er mit einer Hauptspeise verbindet oder warum eine Vorspeise einem Kunstwerk ähnelt. «What to Eat?» ist das ideale Buch für alle, die die Fusion-Küche Macaos kennenlernen wollen.

Autoren: Lukas Scheid und Bernhard Krieger


Für Sie gefunden bei knecht reisen – aktuelle China Reisen

Ich entdecke ein Land gerne aktiv. Die Berge sind meine bevorzugte Gegend, aber auch am Meer oder in der Wüste gibt es viel zu entdecken.

Einen Kommentar hinterlassen



REISEWELTEN 2019 - DER EVENT 

SAMSTAG, 23. &
SONNTAG, 24. NOVEMBER 2019

Die Reisesaison 2020 steht vor der Tür. Lassen Sie sich in einem einzigartigen Ambiente von den Spezialisten der Knecht Reisegruppe und deren Partner inspirieren und beraten. Reisen und entdecken Sie während zwei Tagen die Welt mit allen Sinnen.

Reisewelten abonnieren!

Kommentare

Eventuell auch interessant

Filter by
Post Page
Reisewelten Magazin Ausgabe Herbst 2019 Südsee Australien
Sort by

Impressum / Kontakt

 

REISEWELTEN, das Schweizer Reisemagazin. Auf der Webseite finden Sie die Inhalte aller Ausgaben des Magazins REISEWELTEN mit zusätzlichen Videos, Bildergalerien und Informationen, die Sie nur in der App und auf der Webseite finden. Ergänzend finden Sie in der REISEWELTEN App im App Store auch immer alle aktuellen Kataloge von knecht reisen in digitaler Form.

Send this to a friend