Auf Schienen entlang der Seidenstrasse

Auf Schienen entlang der Seidenstrasse

Die Seidenstrasse ist ein Mythos. Entlang der legendären Handelsstrasse lässt sich viel entdecken: Kultur, Geschichte und Architektur – aber auch jede Menge Abenteuer. In Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan, wo sich farbenprächtige Bauten wie im Märchen aneinanderreihen, kamen Yasmin und Sandro Mandelz aus dem Staunen nicht mehr heraus. In ihrem Gastbeitrag für die REISEWELTEN berichten die Kunden von Kira-Reisen über ihre Erlebnisse.

Mit dem Orient Silk Road Express auf Entdeckungsreise

Unsere Expedition mit dem Orient Silk Road Express beginnt in Almaty, der ehemaligen Hauptstadt Kasachstans, und endet mehr als 4000 Kilometer weiter westlich in Aschgabad, dem weiss-goldenen Disneyland Turkmenistans.

Kasachstan

Auch wenn das hypermoderne Astana seit nun schon mehr als 20 Jahren die Hauptstadt Kasachstans ist, bleibt die ehemalige Hauptstadt Almaty das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes – eine Stadt voller Kontraste. Zwischen den verglasten Fassaden der Wolkenkratzer stehen noch immer alte sowjetische Gebäudekomplexe. Hinter dieser schillernden Skyline türmt sich eine gewaltige Bergkette mit schneebedeckten Gipfeln auf. Einen ungewohnten Anblick bietet auch die berühmte Christi Himmelfahrt-Kathedrale inmitten der grünen Parkanlage «28 Panfilowzy». Klar, der etwa 56 Meter hohe Kirchturm oder die gelbweisse Fassade stechen sofort ins Auge, aber das wirklich beeindruckende an der Kirche ist nicht sofort sichtbar – es ist das Baumaterial. Denn der Sakralbau ist aus Holz konstruiert!

Die schönste Aussicht über Almaty geniessen wir vom Tobe Kok, einem mächtigen Fernsehturm auf dem Berg am Rande des Kungei Altau Gebirges. Hier kommen wir erstmals mit der lokalen Küche in Berührung. Die vielfältigen und farbenfrohen kasachischen Köstlichkeiten verzichten auf jeglichen Schnickschnack und Gewürze, um sich auf den Geschmack der Zutaten zu konzentrieren. Wir kosten auch die landestypischen Sauermilcherzeugnisse. Sie gehören in Kasachstan zum Alltag, an den Geschmack muss sich unser westeuropäischer Gaumen allerdings gewöhnen.

Nun gehts aber endlich auf die Schienen. Die Crew des Orient Silk Road Express heisst uns auf dem Bahnsteig willkommen. Die Farbenpracht und Verspieltheit der Muster der Innenausstattung des Zuges erweckt sofort orientalische Reiselust. Auch die Decken, Wände und Teppiche in den Kabinen sind verschnörkelt – die Abteile aber höchst komfortabel. Nach einem ersten Wodka startet die eiserne Karawane zur Reise von Ost nach West. Nächster Halt: Taschkent.

Usbekistan

Die Sauberkeit und das viele Grün in der usbekischen Hauptstadt fallen sofort auf. Das Stadtbild ist ein Mix aus sehr alten Bauten und neuen, modernen Komplexen, ausladenden Strassen und pompösen Plätzen. Die Metropole ist sichtlich im Wandel, doch sie bewahrt sich ihren orientalischen Charme. Der hektische Bazar mit hunderten Händlern und all den bunten Waren wirkt auf uns wie aus einer anderen Zeit. Von Brot, Süssigkeiten, Gemüse, Fleisch, Trockenobst und Nüssen bis hin zu Hühnern, Vögeln und Hasen reicht das Angebot. Auch Kleidung und Haushaltsgegenstände werden feilgeboten. Die Einheimischen verweilen hier, flanieren, kaufen oder verkaufen. Das Marktreiben ist laut, die Vielzahl der Düfte in der Luft betörend.

Kamashi, Region Boysun und Schachrisabz

Zwar müssen wir die Nächte aufgrund der anstrengenden Tage zum Erholen nutzen, doch kommen wir nicht umhin, so manche Abendstunde damit zu verbringen, an den grossen Zugfenstern zu verweilen und die vorbeiziehende Landschaft auf uns wirken zu lassen. Wir reisen weiter durch ein unwirtliches Gebirge in den Regionen Kamashi und Boysun.

Am Morgen führt uns ein Tagesauflug durch erdfarbenes Hinterland. In der kargen Landschaft leben usbekische Familien in einfachen Lehmhäusern. Es sind meist Kleinbauern, die Kühe, Esel, Hühner, Pferde und Schafe halten. Kleine Dörfer sind von braunen, steinigen Hügeln umgeben. Unmengen von Pappeln sind das einzige Grün, das die Landschaft ziert. Es scheint, als wäre man mit einer Zeitmaschine um Jahrzehnte in die Vergangenheit befördert worden. Touristen sind hier offenbar höchst selten, aber sehr willkommen. Die neugierigen Bewohner der Gegend winken uns von überall freudig zu und schenken uns ihr Lächeln.

Samarkand – Schnittpunkt der Weltkulturen

Schon bei der Fahrt zum Hotel in der ostusbekischen Stadt Samarkand wird uns klar, dass man dieses grandiose Fleckchen Erde einfach entdecken muss. Man möchte sofort am regen Treiben der Stadt teilnehmen und das eindrucksvollste Bauensemble Zentralasiens – den grandiosen Registanplatz – bestaunen. Alle Sinne werden hier verzaubert. Es dauert einen Moment, bis man die drei mächtigen Medressen, die Prunkportale mit ihren farbenprächtigen Verzierungen und das pulsierende Leben auf diesem Platz einfangen kann. Doch damit nicht genug: üppig bewachsene Alleen, unzählige Springbrunnen, kleine Parkanlagen, Cafés, Bars und Restaurants verleiten einen dazu, gemächlich zu schlendern und zu geniessen.

Chiwa und Buchara – Märchen aus 1001 Nacht

Die Oase Chiwa ist mächtig. Das Märchen der Stadt beginnt bei der grossen Stadtmauer mit ihren Toren und Bastionen aus Lehmziegeln. Der mittelalterliche Städtebau zieht einen förmlich in seinen Bann. In Chiwa kann man unzählige prächtige Gebäude bestaunen, in Parkanlagen verweilen, Souvenir-Shops besuchen, sich einfach irgendwo hinsetzen und dem Treiben zusehen oder stundenlang fotografieren – Motive finden sich genügend.

Durch die Wüste Kyzilkum geht unsere Reise weiter nach Buchara. Auf dem grossen Bazar mit seinen unzähligen Marktständen bekommen Käufer alles, was ihr Herz begehrt. Stundenlang verweilen wir hier und versuchen – sehr zum Spass der Einheimischen –, die uns völlig unbekannten Esswaren irgendwie einzuordnen. Auch ausserhalb des Marktes reihen sich in der Altstadt Geschäfte aneinander. Wer Gewürze, Schmuck, Pelze, Seidenstoffe oder handgeschliffene Messer und Scheren sucht, wird hier fündig. Buchara erscheint uns wie ein Aushängeschild der Glanzzeiten der grossen Seidenstrasse.

Turkmenistan

Direkt hinter der Grenze wird uns eines sofort klar: In Turkmenistan ist alles anders. Wenig bis keine Menschen, dafür unzählige Monumente, Denkmäler und Statuen. Die UNESCO-Welterbe Denkmäler von Merw sind atemberaubend. Es ist für uns unfassbar, wie eine so grosse Stadt von Dschingis Khans Sohn fast dem Erdboden gleichgemacht werden konnte. Noch unglaublicher jedoch, dass die lehmigen Ruinen noch heute gut erkennbar sind.

Aschgabad – Architektur der Superlative

Die turkmenische Hauptstadt ist surreal: Prunkvolle, überdimensionale Gebäude, breite Boulevards mit ausschliesslich weissen Autos und riesigen Skulpturen an jedem Verkehrsknotenpunkt. Überall strahlt weisser Marmor und schimmerndes Gold in der grellen Wüstensonne. Soll man Lachen oder den Kopf schütteln beim Anblick dieser neureichen Stadtkulisse eines Erdölstaates? Die Entscheidung fällt schwer, denn Aschgabad wirkt wie eine Mischung aus Disneyland, Las Vegas und 1001 Nacht. Die örtliche Zahnklinik ist einem Backenzahn nachgeformt, ein riesiger Pferdekopf – natürlich in Weiss gehalten – thront auf dem Nationalstadion, das grösste Indoor-Riesenrad der Welt hat es ins Guinness Buch der Rekorde geschafft, um nur ein paar wenige Beispiele verrückter Bauten in Aschgabad zu nennen. Beleuchtete Zebrastreifen und klimatisierte Bushaltestellen erscheinen dagegen wie unwichtige Details.

Die zwölf Kilometer entfernten Ruinen von Nisa sind allesamt aus Stampflehm gebaut. Gegen die künstliche Welt Aschgabads ist Nisa geradezu eine Wohltat für unsere Augen. Es ist die letzte Station unserer zweiwöchigen Reise entlang der alten Seidenstrasse. Tief beeindruckt von den Kontrasten einer uns bisher unbekannten Welt geht es wieder Richtung Heimat.


Dieser Beitrag wurde gesponsert von Gourmet @ Home.

Schon während meiner Lehre in einem Reisebüro hat mich das Reisefieber so richtig gepackt. Seit dann bin ich am liebsten irgendwo in der Welt unterwegs und entdecke neue Länder und Kulturen. Die Liebe zu Schottland hat mich gepackt, als ich für einige Monate in Edinburgh gelebt habe.

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